Henning Mützlitz - Journalist und Schriftsteller
Henning Mützlitz-Journalist und Schriftsteller

Lübecker Rache

Lübeck 1377. Im Mühlenteich treibt die Leiche eines Freudenmädchens, wenig später wird eine zweite junge Frau tot aufgefunden. Kaufmann Jacob Wallersen befürchtet, seine Geliebte Iken könnte das nächste Opfer sein. Gemeinsam mit der Waise Svanja versucht er, Licht in einen Strudel tödlicher Ereignisse zu bringen, der immer mehr Tote fordert. Als Jacob erkennt, dass sein eigenes Schicksal von der Aufklärung der Verbrechen abhängt, ist es beinahe zu spät.

 

Ein spannender Kriminalroman und ein farbenprächtiges Sittengemälde aus dem mittelalterlichen Lübeck.

 

Henning Mützlitz: Lübecker Rache; Emons, Oktober 2016. ISBN 978-3954519965, 11,90 Euro (Taschenbuch).

Leseprobe von "Lübecker Rache"
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Lübecker Rache - Hörprobe - Philipp Ahrend
Lübecker Rache - Hörprobe - Philipp Ahre[...]
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"Der Roman überzeugt mit seiner dichten, tristen Atmosphäre und bleibt bis zur letzten Seite spannend und authentisch."

Literatopia.de

Stadtrundgang durch Lübeck

In Lübecker Rache tauchen wir tief in das Lübeck des 14. Jahrhunderts ein. Um einen Eindruck von der Hansestadt an der Trave zu gewinnen, führt uns die Protagonistin Svanja Kristofson auf einen Rundgang durch die Stadt. Das Waisenmädchen, das es in Im Schatten der Hanse von Reval nach Lübeck verschlug, hat sich dort mittlerweile gut eingelebt. Sie zeigt uns die Orte, an denen der Roman hauptsächlich spielt - und gemeinsam mit ihr machen wir am Ende des Rundgangs eine grausige Entdeckung ...

Burgtor

Jetzt, am frühen Abend, herrschte in der Anlage rege Betriebsamkeit, denn noch stand das Burgtor, der einzige nördliche Landzugang von Lübeck, offen. Die Soldaten kontrollierten nach wie vor eintreffende Bürger und Handwerker, sichteten Waren und sorgten dafür, dass sich die verschiedenen Gruppen nicht in die Quere kamen.

Marstall

Svanja kauerte schon seit einiger Zeit im Schatten eines Giebels auf dem Dach des Marstallgebäudes. Direkt neben dem Burgtor gelegen, beherbergte es nicht nur die Kemenaten der gewöhnlichen Gardisten, sondern auch die Stallungen der Reitendiener, die dem Stadtrat als Leibwache und Kuriere zur Verfügung standen.

Heilig-Geist-Spital

Svanja und Pater Georg schritten an der Fassade des Heiligen-Geist-Spitals vorbei. Die vier schlanken Türme, die sich mit den Dreiecksgiebeln der hauseigenen Kirche abwechselten, standen im Kontrast zu dem massigen Rumpf von St. Jacobi, die den auch als »Kaufberg« bezeichneten Platz begrenzte.

St. Marien

Die hohen, mit ihren Turmhelmen spitz zulaufenden Doppeltürme verkörperten gleichermaßen Macht wie Anspruch der Lübecker Händlerschaft, sich in ihrem Streben keine Beschränkungen aufzuerlegen. Ihre gewaltige Backsteinfassade wirkte nicht nur auf diejenigen, die sie zum ersten Mal erblickten, höchst einschüchternd.

Das Kaufmannshaus der Wallersens

Das Giebelhaus der Wallersens lag an der Obertrave, nicht weit weg vom Holstentor, dem Hauptzugang von der Stadt zum Hafen. Wie fast jeden Morgen war der Beischlag völlig verdreckt vom Schmutz der Straße, den sich die Bewohner des Hauses hier von den Schuhen klopften oder rieben. Darunter mischte sich allerhand Möwendreck, denn die frechen Vögel setzten sich gerne auf das Geländer des Aufgangs und kackten alles voll.

An der Obertrave

Alles in allem hatte es der Herr Jesus am Ende nicht so schlecht mit ihr gemeint, überlegte Svanja, während sie am Traveufer in Richtung Süden lief. Sie ließ das Holstentor hinter sich und schlenderte weiter am Binnenhafen entlang.

Der Dom

Mit seinen wuchtigen Türmen und den davon abgesetzten Turmhelmen, die für Svanja wie gigantische Dornen wirkten, bildete der Dom den geistlichen Gegenpol zur Macht der Kaufleute an der Obertrave. Hier residierte der Bischof, und obwohl St. Marien den spirituellen Mittelpunkt der Lübecker Händlerschaft darstellte, war ein jeder Patrizier, Ratsherr oder Krämer auf das Wohlwollen der Kurie angewiesen, wenn er es zu etwas bringen wollte.

Der Mühlenteich

Auf der anderen Seite des zum Mühlenteich aufgestauten Beckens hatte Svanja vor einigen Tagen eine Stelle am Ufer entdeckt, die von Büschen umstanden war und an der sie in aller Seelenruhe ihren Gedanken nachhängen konnte.

Eine Entdeckung

Svanjas Augen schweiften über die Wasseroberfläche des Teichs. Einige Gänse schwammen in der Entfernung vorbei, auf der anderen Seite wuschen Frauen Wäsche. Sie wollte sich schon wieder ins Gras sinken lassen, da blieb ihr Blick an etwas hängen. Nicht weit von ihr entfernt hingen Äste und Zweige größerer Sträucher ins Wasser. Knospen und junge Blätter sprossen aus der Rinde. Darunter sah Svanja jedoch etwas, das dort nicht hingehörte.

Füße.

Svanja verspürte ein Ziehen im Magen. Was sie dort sah, waren die Füße eines Toten, da bestand kein Zweifel.

Eine verdammte Leiche! Was mache ich denn jetzt?

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